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Reizdarm

Prof. Dr. med. Jost Langhorst

Prof. Dr. med. Jost Langhorst,
Integrative Gastroenterologie,
Naturheilkunde und Integrative Medizin,
Kliniken Essen-Mitte,
Universität Duisburg-Essen

Untersuchungsmethoden und Diagnostik des Reizdarmsyndroms

Wann ist eine umfassende Diagnostik des Reizdarmsyndroms sinnvoll?

Voraussetzungen für eine Diagnose sind regelmäßig auftretende Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Blähungen. Sie sollten seit mindestens drei Monaten bestehen und an mindestens drei Tagen pro Monat auftreten. Hinweise auf ein Reizdarmsyndrom sind außerdem eine Änderung von Stuhlhäufigkeit und Aussehen sowie eine Besserung der Beschwerden nach dem Stuhlgang. Die Beschwerden führen zu einer reduzierten Lebensqualität und die Betroffenen suchen Hilfe im Gesundheitssystem.

Wie sieht eine vollständige Reizdarm-Diagnostik aus? Welche Untersuchungen sind nötig?

Das Reizdarmsyndrom ist eine Ausschlussdiagnose. Es gibt keine Untersuchung, die ein Reizdarmsyndrom sicher nachweist, man geht hier nach dem Ausschlussprinzip vor. Alle organischen Magen-Darm-Erkrankungen, die ebenfalls für die Beschwerden verantwortlich sein könnten, werden durch geeignete Verfahren ausgeschlossen. Dazu gehören Ultraschall, Blut- und Stuhluntersuchungen, bei Durchfall auch eine Darmspiegelung, Tests auf Laktose oder Sorbit-Unverträglichkeit und ein Atemtest zum Ausschluss einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Darms. Durch die Bestimmung der Pankreas-Elastase 1 im Stuhl kann außerdem festgestellt werden, ob sich hinter den Beschwerden eventuell eine gestörte Funktion der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz – kurz EPI) verbirgt. Auch ein Gallensäureverlustsyndrom sollte ausgeschlossen werden.

Reizdarm und eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse verursachen ähnliche Beschwerden. Wie lassen sich diese Krankheiten unterscheiden?

Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen können bei beiden Erkrankungen auftreten. Wenn die Produktion der Verdauungsenzyme in der Bauchspeicheldrüse gestört ist, kommt es aber außerdem oft zu Übelkeit, Erbrechen und übelriechenden Fettstühlen. Letzteres ist ein deutliches Anzeichen für eine ungenügende Produktion von Verdauungsenzymen. Der Fettstuhl schwimmt im Toilettenwasser und hinterlässt deutliche Spuren in der Toilettenschüssel. Bei einer gestörten Funktion der Bauchspeicheldrüse können die fehlenden Enzyme z.B. durch pflanzliche Enzympräparate ersetzt werden.