x
Newsletter-Anmeldung

FODMAP-Diät bei Darmerkrankungen

Prof. Dr. Martin Storr, Zentrum für Endoskopie, Starnberg

Prof. Dr. Martin Storr,
Zentrum für Endoskopie, Starnberg

Was genau ist die FODMAP-Diät?

Die sechs Buchstaben stehen für die englischen Begriffe "fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols". Dazu gehören verschiedene Kohlenhydrate (Fruktose, Laktose, Galaktane, Fruktane) und sogenannte Zuckeralkohole (wie die Süßstoffe Mannitol, Sorbitol oder Xylitol). All diese Nahrungsbestandteile werden im Dünndarm nicht oder nur unzureichend resorbiert. Dadurch gelangen diese Nahrungsbestandteile in den Dickdarm und werden dort von Bakterien abgebaut. Da bei diesem Abbau reichlich Darmgase entstehen, können FODMAPs Bauchschmerzen und Blähungen verursachen. Außerdem binden die FODMAPs viel Wasser im Darm, was zu weichem Stuhl und Durchfällen führen kann. Die FODMAPs sind unter anderem in Süßigkeiten, Milchprodukten, Steinobst und verschiedenen Brotsorten enthalten. Eine FODMAP-reduzierte Kost kann dazu beitragen, Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe und Durchfall wesentlich zu lindern.

Welche Patienten profitieren von der FODMAP-Diät?

Die Diät kann bei einer Reihe von Erkrankungen mit Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Verschiedene Studien belegen eine Wirksamkeit bei Patienten mit Reizdarmbeschwerden oder mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Eine wissenschaftliche Auswertung vorhandener FODMAP-Studien kam 2016 zu dem Ergebnis, dass eine FODMAP-reduzierte Ernährung bei diesem Krankheitsbild die Symptome erfolgreich reduziert und dass bis zu 80 % der Patienten profitieren. Um die langfristige Wirkung und mögliche Einflüsse auf die Darmgesundheit zu untersuchen, sind aber noch weitere Studien über längere Zeiträume nötig. Auch bei Weizen-, Laktose- und Fruktose-Unverträglichkeit, Zöliakie und Dünndarmfehlbesiedlung mit funktionellen Darmbeschwerden kann die Diät erfolgreich Beschwerden lindern.

Was halten Sie von der Kombinationstherapie FODMAP-Diät und pflanzliche Arzneimittel?

Eine Kombination verschiedener Therapieansätze ist bei vielen Darmerkrankungen sinnvoll. Insbesondere beim Reizdarmsyndrom und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es eine gute Datenlage, dass durch Kombination mehrerer Verfahren bessere Therapieergebnisse erzielt werden können. Da bei jedem Patienten unterschiedliche Symptome im Vordergrund stehen und sich diese Symptome im Krankheitsverlauf ändern können, gibt es hier aber keine standardisierten Anleitungen sondern die Behandlung erfolgt individuell auf den Patienten abgestimmt. Um bestmögliche Erfolge zu erzielen, werden Diäten wie die FODMAP-reduzierte Diät, Maßnahmen zur Stressbewältigung wie die Darmhypnose und Medikamente in Kombination eingesetzt. Pflanzliche Arzneimittel spielen hierbei eine bedeutende Rolle, da sie im Gegensatz zu vielen anderen Maßnahmen, eine in wissenschaftlichen Studien belegte Wirksamkeit und Wirkmechanismen gezeigt haben, sehr gut verträglich sind und die Darmflora nicht negativ beeinflussen.

Mehr dazu unter https://www.fodmap-info.de/fodmap-faq/