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Welche Naturarznei hilft bei Blähungen?

Dr. Rainer Stange, Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde Immanuel Krankenhaus, Berlin

Dr. Rainer Stange, Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde Immanuel Krankenhaus, Berlin

Wodurch entstehen Blähungen?

Jeder Mensch produziert in einem leider nicht genau bekannten Ausmaß Gase im Darm, das ist ganz normal. Allerdings wird der größte Anteile ins Blut überführt und über die Lungen abgeatmet, aber nicht über den Darm abgegeben. Bei übermäßigen Blähungen, die oft auch zu Bauchbeschwerden führen, spricht man zunächst vom Reizdarm. Manchmal können häufige Nahrungsmittelunverträglichkeiten, beispielsweise von Fruktose und Laktose, die Ursache sein. Auch ernsthafte Erkrankungen wie Pankreasschwäche können zur verstärkten Produktion von Darmgasen führen. Oft blähungsfördernd ist die Einnahme von Antibiotika, weil sie das natürliche Gleichgewicht der Darmbakterien verändert.

Wann sollten Blähungen behandelt werden?

Der Abgang von Darmgasen ist zwar meist harmlos, aber oft störend – sowohl akustisch als auch für die Nase. Jeder, der sich durch seine Blähungen beeinträchtigt fühlt, sollte etwas dagegen unternehmen. Die Naturapotheke bietet hier wirksame Arzneien.

Welche Arzneipflanzen helfen bei Blähungen?

Kümmel, Anis, Kamille, Gelbwurz und Fenchel helfen gut, wenn man sie als Tee oder Gewürz nutzt. Auch rein pflanzliche Fertigarzneimittel können Blähungen lindern: wir haben gerade in einer Studie gezeigt, dass ein pflanzliches Arzneimittel mit Myrrhe gerne bei Reizdarmpatienten mit Blähungen eingesetzt wird.

Was empfehlen Sie sonst noch?

Achten Sie beim Essen darauf, all jene Speisen zu meiden, die bei Ihnen zu massiven Blähungen führen. Eine aktuelle Studie (1) hat z.B. gezeigt, dass gerade bei Reizdarmpatienten zu viele Ballaststoffe zu steigenden Darmgasabgängen führen. Auch Zwiebeln, Knoblauch und Hülsenfrüchte führen zur Entwicklung von Darmwinden. Kauen Sie gut und speicheln sorgfältig ein! Was im Mund nicht passiert, kann später kaum noch nachgeholt werden! Bei akuten Blähungen hilft häufig eine sanfte Bauchmassage, idealerweise mit einem Massageöl, um den Entspannungseffekt zu erhöhen. Und nach dem Essen ist ein Verdauungsspaziergang ein probates Mittel zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Blähungen nicht weniger werden und die Lebensqualität darunter leidet, sollte man zum Arzt gehen – auch, um eine schwerwiegende Erkrankung auszuschließen oder zu diagnostizieren.

Weiter Informationen finden Sie hier.

(1) Ärzte Zeitung: Reizdarmsyndrom - Flatulenz durch mikrobielle Dysbalance?