x
Newsletter-Anmeldung

Relevanz der neuen Leitlinie Colitis Ulcerosa in der Praxis

Interview mit Dr. Michaela Moosburner, Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie, Homöopathie, Naturheilverfahren und Ernährungsmedizin, Chefärztin am Krankenhaus für Naturheilweisen, München

Im Mai 2018  wurde die neue S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa“ veröffentlicht, die federführend von der medizinischen Fachgesellschaft der Magen-Darm-Spezialisten (DGVS*) erstellt wurde. Diese medizinische Leitlinie der höchsten Kategorie liefert Empfehlungen für den Arzt, die ihn bei der Behandlung seiner Patienten unterstützen. Eine der darin neu aufgeführten Therapieempfehlungen im Bereich "Pflanzliche Heilverfahren“ ist eine Kombination mit Myrrhe, die zur Erhaltung der schubfreien Phase (Remission) eingesetzt werden kann.

Warum wurde die Myrrhe-Kombination in die neuen Leitlinie „Colitis ulcerosa“ aufgenommen?

Die S3-Leitlinie ist eine Leitlinie von höchster wissenschaftlicher Qualität. Hier werden nur Therapien aufgenommen, die ihre Wirksamkeit und Sicherheit durch hochwertige klinische Studien belegt haben. Und die gute Studienlage war auch der Grund, warum die Autoren der neuen Leitlinie empfehlen, dass eine Kombination mit Myrrhe bei der Erhaltung der schubfreien Phase (Remission) eingesetzt werden kann – denn genau das haben wissenschaftliche und klinische Untersuchungen bestätigt.

Welche Rolle spielen Leitlinien im Allgemeinen im Klinikalltag eines Arztes?

Insbesondere S3-Leitlinien haben einen hohen Stellenwert bei der Auswahl der richtigen Therapie. Die meisten Klinik-Ärzte orientieren sich daran. Bisher war es so, dass Ärzte den Einsatz von Myrrhe-Präparaten primär mit guten Erfahrungen und Studien begründeten. Nun können sich die Mediziner  bei dieser bewährten Therapieoption auch auf die neue Leitlinie berufen.

Welche Vorteile haben pflanzliche Arzneimittel gegenüber synthetischen Substanzen, insbesondere bei chronisch entzündlichen Darmerkankungen (CED)?

Da eine Therapie der chronischen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa meist lebenslang erfolgt, wünschen sich viele Patienten Arzneimittel, die nicht nur ihre Beschwerden wirksam lindern, sondern auch gut verträglich und damit für eine Langzeiteinnahme geeignet sind. Synthetische Substanzen wirken zwar oft stärker, dafür haben sie jedoch oft auch Nebenwirkungen, die eine dauerhafte Gabe erschweren. Kurzum: Die Kombination aus Wirksamkeit und gut verträglicher Langzeiteinnahme zeichnet bestimmte pflanzliche Arzneimittel aus.

Wie sind Ihre Erfahrungen und die Ihrer Kolleginnen und Kollegen mit pflanzlichen Arzneimitteln bei der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa?

Wir setzen pflanzliche Arzneimittel, auch Phytopharmaka genannt, insbesondere bei milden bis mittelschweren Formen von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn einerseits sehr erfolgreich ein, um die Remission, also die beschwerdefreie Phase zu verlängern. Andererseits haben wir gute Erfahrungen gemacht, wenn wir die synthetische Akuttherapie mit passenden pflanzlichen Arzneimitteln kombinieren – z.B. mit Myrrhe, Flohsamen oder Heidelbeeren, um Symptome wie Durchfall und Krämpfe gezielt zu lindern.

Besten Dank, Frau Dr. Moosburner für die aufschlussreichen Antworten!

*Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankrankheiten (DGVS)


Ein weiteres Interview mit interessanten Grundlageninformationen zur neuen S3-Leitlinie bei unkomplizierten, bakteriellen Harnwegsinfektionen (HWI) finden Sie unter https://www.pflanzliche-antibiotika.de/expertentipps/experten-interviews/aktualisierte-aerzte-leitlinie.html